Bericht 2013
Die 28. Horizontale 2013 sollte am 31. Mai und am 01. Juni 2013 stattfinden - unsere Veranstaltung musste abgesagt werden !!!
  • Bis um 10.00 Uhr des Starttages waren wir, das Orgteam, alle noch fest der Meinung, wegen Regen wird die Veranstaltung nicht abgesagt. Wanderer müssen hart im Nehmen sein und sich gegen Regen schützen können. In den Jahren 2004, 2007 und 2008 hat es auch während oder vor der Langstreckenwanderung geregnet und die Teilnehmer sahen zum Teil recht abenteurlich verschlammt aus, aber die Wanderung fand statt. Und unsere Helfer sind selbst alle langjährige Wanderer und damit wetterfest - so die bis dahin unsere noch optimistische Einstellung.
  • Gegen 11.00 Uhr haben wir von allen Seiten Hochwasserinformationen bekommen. Wir sind mit unseren Autos selbst nach Maua und Zwätzen gefahren und mussten sehen, dass die Wanderstrecke an diesen Stellen bis 70cm und mehr völlig im Wasser verschwunden war. Gerade an diesen beiden Abschnitten gibt es keine Streckenalternative. Es wurde informiert, dass zum Beispiel der Steinbach zu einem reißenden Fluss geworden sei. Die Wetterprognose zeigte für die Nacht und Samstag keinerlei Verbesserung an, im Gegenteil, es wurde weiterer Starkregen und Gewitter mit Sturm angesagt. Und als dann noch Warnungen wegen der Gefahr von Hangabrutschungen im Bereich Wöllnitz ankamen, haben wir uns sehr schweren Herzens aus Gründen der Sicherheit für unsere Teilnehmer einstimmig zur Absage entschlossen.
  • Wir haben als erstes an alle Teilnehmer eine Mail gesendet und bei mehreren Radiosendern angerufen mit der Bitte um Weitergabe der Information. Wir wissen nur mit Sicherheit vom MDR Thüringen, dass die Absage gesendet wurde. Alle anderen haben unserem Anliegen keinen Sendeplatz eingeräumt. Wir haben damit versucht, so viele Teilnehmer wie möglich zu erreichen, bevor sie anreisen.

  • So kam es zum ersten Mal in der 28-jährigen Geschichte unsere Veranstaltung zu einer Absage für beide Strecken. Da ja sowohl Verpflegung als auch die Genehmigung der Veranstaltung durch die Behörden, die Befahrerlaubnisse für den Wald und die Anmietung von Räumen, Fahrzeugen, Biergarnituren, Toiletten und auch Studenten des Studentenwerkes termingebunden sind und bereits in Kraft getreten und bezahlt waren, gab es keine Möglichkeit, die Veranstaltung zu verschieben. Sie benötigt einen sehr hohen logistischen Aufwand.
  • Aus diesen Gründen war auch eine Rückzahlung der Startgelder leider nicht möglich - siehe bitte Haftungsausschluss in der Ausschreibung - es war Höhere Gewalt und wir haben die Absage sehr bedauert. Die Startgelder wurden ja auch bereits größtenteils ausgegeben.

  • Zwischen 15 und 19.00 Uhr am Freitagnachmittag haben wir in der USV-Halle Hunderten verhinderten Teilnehmern Kalender, Schlüsselbänder und ein kleines Sparkassengeschenk (Pflaster) ausgeteilt und ihnen Kuchen und Verpflegungsbeutel mitgegeben.
    Am Samstagmorgen haben wir von 7 bis 8.00 Uhr ebenfalls alles für 35km-Wanderer ausgeteilt, die an den Start kamen.
    Was am Abend an Lebensmitteln übrig geblieben war, haben wir an Feuerwehren, zum Beispiel in Stadtroda ausgeteilt, die ja seit Stunden im Einsatz waren und wo sich Einsatzkräfte, die Sandsäcke schaufelten, über die Zusatzverpflegung sehr gefreut haben.
  • Die Mitarbeiter des Laufladens Jena haben freundlicherweise in den Wochen nach der Veranstaltung ebenfalls noch vielen Teilnehmern Kalender und Schlüsselbänder ausgegeben.
  • Am Startnachmittag haben wir alle umsonst von weither angereisten Teilnehmer mit Name, Vorname und Ort erfasst - wir wollen Eure Meldedaten aufheben und Euch als kleine Entschädigung Euren Startplatz für das nächste Jahr schon festschreiben (nur die Meldung, nicht die Bezahlung). Aber dazu werden wir noch mit Euch per Mail Verbindung aufnehmen, sicher erst Anfang kommenden Jahres.

  • Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen denen, die uns mit freundlichen Worten für die bisherige Organisation und die verantwortungsvolle Entscheidung gedankt haben. Wir haben uns über Euren Zuspruch sehr gefreut und freuen uns schon auf Euch im nächsten Jahr.

  • Und hier noch einige Hochwasserfotos vom 31.05.2013, die uns Gerd und Karsten zur Verfügung gestellt haben. Dazu kommen noch die Fotos und der Bericht, den uns Sebastian Reuter zur Verfügung gestellt hat - er war am Abend des Starttages in Kunitz unterwegs hat verrückte Erlebnisse geschildert - siehe auch OTZ-Artikel unten.
  • Natürlich gab es auch verärgerte Reaktionen und wir haben Verständnis dafür. Nach einigen Tagen haben wir uns als Orgteam nochmals verständigt und waren selbst doch froh, uns für eine Absage entschieden zu haben. Nicht auszudenken, wenn auch nur ein Teilnehmer einen ernsthaften Schaden erlitten hätte - das hätte das Ende der Horizontale bedeuten können. Und Rettungskräfte, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk, die in diesen Tagen und Nächten ununterbrochen im Einsatz waren, um Leben und Werte zu retten, wären auf keinen Fall damit einverstanden gewesen, wenn wir ihnen noch zusätzliche Problem durch nächtliche Hochwasserwanderer aufgehalst hätten.
    Die meisten Teilnehmer, die sich dazu an unserer Pinwand oder auf der Facebookseite geäußert haben, haben uns zugestimmt und so sind wir zwar traurig über die ausgefallene Veranstaltung aber auch froh über unsere Entscheidung. Die Überschrift des Artikels von Anja Blankenburg in der OTZ vom 03.06.2013 bringt es humorvoll auf den Punkt: Ein Jahrgang ohne Blasen.

  • Am 28. und 29.06. fand dann eine Alternativ-Horizontale mit 20 Teilnehmern statt, die dankenswerterweise der Jenaer Lehrer Wolfram Loch organisiert hat.
    Hier Fotos von Sebastian Gottfried.
    Hier die Ergebnisliste der Alternativ-Horizontale, veröffentlich von Wolfram Loch
    Hier die Ergebnisse der Alternativ-Horizontale, veröffentlich von Oliver Bayer
    Hier Fotos und Bericht von Robert Fichtner
    Hier Fotos und Bericht von Tobias Winkler
    (Meine (Inges) Bemerkung zu Tobis Bericht - Ihr dürft gern gesund an unserer Wanderung teilnehmen und dürft auch Spaß haben - es soll keine Qual um Zeiten und Plätze sein !!! - tut mir leid, Tobi, Deine Berichte schrecken sonst Teilnehmer ab und auch Du solltest unbedingt lockerer an die 100km herangehen ! Keiner außer Dir selbst zwingt Dich zu einem Kampf um 12 Stunden-Zeiten, Ihr habt 24 Stunden Zeit bis ins Ziel und solltet möglichst Freude an der Strecke und der Landschaft haben und nicht verbissen kämpfen ! )